Weidenrinde – ein Klassiker

Die Weidenrinde zählt zu den Arzneipflanzen, die schon seit einigen Jahrhunderten vom Menschen pharmazeutisch genutzt wird, obwohl viele sie kaum beachten. Oder wussten Sie beispielweise, dass bereits Friedrich Schiller zur Behandlung von Fieberattacken, die seine Malariaerkrankung mit sich brachte, an den Stengeln der Weidenrinde kaute? Außerdem wurde das 1897 erstmals entwickelte Aspirin® der Firma Bayer aus den Inhaltsstoffen der Weidenrinde gewonnen, die chemisch weiterverarbeitet wurde.

Zur Erzeugung von Weidenrinde werden verschiedene Weidenarten herangezogen, eine Stammpflanze bzw. spezielle Salix-Art gibt es nicht. Weiden gehören zur Familie der Weidengewächse (Salicaceae) und sind mehr oder weniger über alle Teile der nördlichen Halbkugel verbreitet. Sie bevorzugen feuchte Böden und können als Sträucher oder bis zu 30 Meter hohe Bäume vorkommen.

Neben ihrer althergebrachten pharmazeutischen Verwendung zur Fiebersenkung, bei Schmerzen und Rheuma wurde die sehr biegsame Weide zum Flechten von Körben oder der Weidenbast für die Herstellung von Seilen und Fischernetzen verwendet.

Die Weidenrinde lässt sich trocknen und als Tee aufbrühen oder eben aber wie im Mittelalter wurde an ihren Zweigen gekaut bzw. „genuckelt“. Hauptinhaltsstoffe sind neben den Gerbstoffe das Salicin bzw. Salicinderivate, die als Modell bei der Herstellung von Acetylsalicylsäure herangezogen wurden. Auch die Pharmaindustrie hat sich der Weidenrinde erinnert und Präparate mit Salicylsäure zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen entwickelt. Personen, die jedoch bei Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen Probleme mit dem Magen bekommen, sollten auch bei Salicylsäure vorsichtig sein, denn auch bei ihr können unerwünschte Arzneimittelwirkungen wie Magenschmerzen oder Magendruck auftreten.

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