Säure-Base-Haushalt

Ebenso wie unsere Körpertemperatur, der Blutdruck oder der Puls unterliegt unser Säure-Base-Haushalt einer ständigen Regulation, um möglichst stabile pH-Verhältnisse in den verschiedenen Körperbereichen und Organen zu gewährleisten. Durch innere und äußere Einflüsse wie z. B. unsere Ernährung verändert sich die Menge an Säuren und Basen im Körper ständig. Nichtsdestotrotz bewegt sich der pH-Wert des Blutplasmas lediglich in den Grenzen von 7,35 bis 7,45, der des Magensaftes zwischen 1,2 und 3, und unser Urin hat einen pH-Wert zwischen 5 und 8.

Das Einhalten dieser Grenzwerte ist notwendig, da jeder Stoffwechselbereich sein eigenes pH-Optimum besitzt, und ein Abweichen von diesen Werten mit Störungen verbunden ist. Um mögliche Schäden zu verhindern, findet sich in unserem Körper ein Puffersystem, das dazu dient, eine starke Säurebelastung – die weitaus häufiger ist als ein Zuviel an Basen – abzupuffern. Eine Hauptkomponente dieses Puffersystems ist das im Blut gelöste basische Bikarbonat.

„Verrückte“ pH-Werte können wieder in den Grenzbereich geschoben werden, allerdings muss der Körper hierfür viel Energie aufwenden. Eine wichtige Rolle bei der Steuerung unseres pH-Wertes spielt die Niere, denn sie ist in der Lage, effektiv Säure über den Urin auszuscheiden. Als diagnostisches Mittel kann demnach auch der pH-Wert des Urins herangezogen werden, um eine Übersäuerung anzuzeigen.

Sehr großen Einfluss auf das Säure-Basen-Gleichgewicht hat unsere Ernährung, denn beispielsweise Wurst und Käse gelten als stark säurebildend, wohingegen Brot und Milch eher schwach säurebildend sind. Gemüse, Kräuter und Obst sind bis auf wenige Ausnahmen basisch. Spezielle Nahrungsmittel-Tabellen geben Auskunft über die Zuordnung der Lebensmittel zu sauren und basischen. Durch die reichliche Zufuhr von Obst und Gemüse ist unser Körper in der Lage, die übermäßige Eiweißzufuhr aus tierischen Produkten auszugleichen, und somit das Gleichgewicht wieder herzustellen.

In Zeiten der unausgewogenen und teilweise sehr einseitigen Ernährung zählt die Übersäuerung jedoch bereits zu einer Zivilisationserkrankung. Die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung „5 Portionen Obst und Gemüse pro Tag“ werden von sehr vielen Deutschen bei weitem nicht umgesetzt. Durch große Mengen an Fleisch und Milchprodukten findet eine Verschiebung zu einem saureren pH-Wert statt. Als Folge eines unausgeglichenen Säure-Basen-Verhältnisses gelten u. a. Erschöpfungszustände und Konzentrationsmangel. Nicht nur unsere geistige Leistungsfähigkeit kann beeinträchtigt werden, auch unser Bindegewebe und unser Knochengerüst können Schäden davontragen, wie Gicht und Rheuma.

Findet über einen längeren Zeitraum eine starke Säurebelastung statt, so stößt unser körpereigenes Puffersystem an seine Grenzen und versucht überschüssige Säure im Bindegewebe „zwischenzuparken“ bis unser Blut wieder über ausreichend Pufferkapazität verfügt. Das Bindegewebe büßt hierdurch jedoch seine Eigenschaft Wasser speichern zu können ein und verliert an Elastizität; Cellulite kann sich ausbilden. Auch die Knochen müssen dann zum Ausgleich der Übersäuerung beitragen, indem vermehrt basische Mineralstoffe – allen voran Calcium – aus den Knochen freigesetzt werden. Besteht dieser Zustand über einen langen Zeitraum, büßen die Knochen einen Teil ihrer Substanz ein, und sie werden u. U. schneller porös, ja eventuell sogar brüchiger.

Neben der entsprechenden gesunden Ernährungsweise können spezielle Produkte aus der Apotheke helfen, das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder herzustellen und zu stabilisieren.

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