Gicht – Zipperlein, Podagra, Hyperurikämie

Kurz vor den Feiertagen einige Fakten zu einer Wohlstandskrankheit. Ursache der Gicht sind erhöhte Blutspiegel an Harnsäure, die normalerweise über die Nieren ausgeschieden wird.Fällt jedoch zu viel Harnsäure an, so kann sie nicht komplett ausgeschieden werden, sondern kristallisiert in Form von kleinen Natriumurat-Kristallen bevorzugt im Großzehengrundgelenk – also an der Wurzel des dicken Zehs – aus.

In der Folge kommt es zu massiven Entzündungsreaktionen, da unser Immunsystem das Übel erkennt und versucht, es zu bekämpfen. Da das jedoch auf Grund der kristallinen Struktur kaum möglich ist, verstärkt sich die Entzündung und ein Teufelskreis entsteht. Für den Betroffenen bedeutet dies, dass er unter stärksten Schmerzen leidet; das Gelenk ist rot, dick geschwollen und heiß. Selbst eine dünne Bettdecke auf dem Fuß kann dem Patienten die Tränen in die Augen treiben. Fieber, Übelkeit und Erbrechen sowie starke Entzündungszeichen im Blutbild treten zusätzlich auf.

 Als Gründe sind einerseits eine angeborene Stoffwechselerkrankung und somit Probleme der Nieren bei der Harnsäureausscheidung zu nennen, auf der anderen Seite finden sich vermehrt Gichtanfälle in Kombination mit Diabetes mellitus, hohem Alkoholkonsum und Purin-reicher Ernährung.

Purine sind Bestandteile unserer Nahrung, sie werden zu Harnsäure abgebaut und finden sich vermehrt in Fleisch und in Fisch. In Kombination mit Alkohol – insbesondere Bier – verstärken sich die Probleme. Diese Tatsache erklärt, warum die Gicht früher als eine Erkrankung der Könige, Päpste und Adeligen galt. Beim einfachen Volk wurde eine Gicht kaum beobachtet, da sich dieses eine solche Ernährung nicht leisten konnte.

Behandelt wird der akute Gichtanfall mit starken Schmerzmitteln, Kortisonpräparaten und dem Gift der Herbstzeitlosen, dem Colchicin. Zur Vorbeugung stehen ebenfalls verschiedene Arzneimittel zur Verfügung, am häufigsten wird hierzu Allopurinol eingesetzt.

Naturheilkundlich wird zur Vorbeugung oftmals auch eine sogenannte Basen-Mischung verwendet.

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2 Reaktionen zu “Gicht – Zipperlein, Podagra, Hyperurikämie”

  1. pharmadoc

    Neben den chemischen Arzneistoffen zur Entzündungs- und Schmerzlinderung wird seit Jahrzehnten – wie bereits erwähnt – Colchicin (das Gift der Herbstzeitlosen) erfolgreich zur Durchbrechung des Teufelskreis der Gicht eingesetzt. Colchicin-Tabletten sind verschreibungspflichtig und müssen wegen möglicher Nebenwirkungen streng nach Anweisung des Arztes eingenommen werden.
    Daneben hält die Naturheilkunde noch ein weiteres Mittel im Kampf gegen die Gicht bereit: Der speziell präparierte und in Apotheken erhältliche Grüne Hafertee kann regelmäßig getrunken und mit einer purinarmen Ernährung kombiniert mögliche weitere Gichtanfälle verhindern.

  2. arzneimittel.de - Deutsche Internetapotheke

    Die Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung die durch schmerzhafte Gelenkentzündungen gekennzeichnet ist und von der meist Männer betroffen sind. Die Gicht wurde früher als „Krankheit der Reichen“ bezeichnet und tatsächlich ist es auch heute noch so, dass Gicht eher in Wohlstandsgebieten auftritt.

    Es gibt zwei unterschiedliche Formen der Gicht die nach ihrer Ursache unterschieden werden. Bei der primären Gicht sammelt sich Harnsäure im Körper, da dieser mehr Harnsäure bildet, als er ausscheidet. Die sekundäre Gicht entsteht, wenn aufgrund anderer Erkrankungen körpereigene Zellen absterben und dadurch die Produktion der Harnsäure zunimmt. Verursachende Krankheiten können beispielsweise Niereninsuffizienz oder Leukämie sein.

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