Herpes labialis – fast jeder hat das Virus

Typisch – kaum hat man Karneval gefeiert und lässt so langsam wieder Ruhe in den Alltag einkehren, schon spürt man es, das leichte Kribbeln auf der Lippe.

Ein Herpes labialis bildet sich zumeist an Lippe, Nase oder Kinn und beginnt mit dem charakteristischen Kribbeln, Jucken und Spannen. Im Anschluss an diese erste Phase entstehen innerhalb von ein bis zwei Tagen kleine mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die schließlich aufplatzen und nässende Wunden hinterlassen. In diesem Stadium ist die Infektion für Andere hoch ansteckend und für den Betroffenen selbst am schmerzhaftesten. Auf den kleinen Wunden bilden sich immer wieder Krusten, die erneut aufbrechen und Schmerzen, Brennen und oft auch Blutungen auslösen. Nach einigen Tagen fällt die letzte Kruste ab und die neu gebildete intakte Haut wird sichtbar.

Aber warum geschieht dies so oft nach Karneval bzw. Fasching?

Grundsätzlich sollte man wissen, dass ca. 80 % aller Menschen mit dem auslösenden Herpes-Simplex-Virus Typ 1 infiziert sind und dieser in einer Art „Dämmerzustand“ in den Nervenzellen auf seinen nächsten Einsatz wartet. Sind bestimmte Faktoren erfüllt, beginnt der Virus erneut sich zu vermehren und wandert an die Hautoberfläche und das oben beschriebene sichtbare Spiel beginnt von vorn.

Warum es die eine Person trifft und die andere trotz Infektion niemals die typischen Symptome entwickelt, ist nicht bekannt. Als auslösende Faktoren gelten körperlicher und emotionaler Stress, Erkältungen, Ermüdungen, kaltes Wetter, Sonneneinwirkung und verschiedene andere Punkte.

Viele dieser Faktoren treten an Karneval auf und die tagelangen Feierlichkeiten, der Schlafmangel und das in unseren Breiten doch häufig feucht-kalte Wetter bedeuten Stress für unseren Körper. Ein zumindest örtlich geschwächtes Immunsystem ist die Folge. Nun schlägt die Stunde des Herpes und einige Tage nach Aschermittwoch tragen viele ein Andenken an die „jecken Tage“ im Gesicht.

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2 Reaktionen zu “Herpes labialis – fast jeder hat das Virus”

  1. pharmadoc

    Zur Therapie des Herpes labialis soll kurz angemerkt werden, dass ganz egal für welches Arzneimittel man sich entscheidet, folgendes gilt: Je früher desto besser! Also direkt beim ersten Kribbeln eine Creme mehrmals täglich dünn auftragen.
    Ob man besser auf chemische Wirkstoffe wie Aciclovir und Penciclovir oder aber auf pflanzlichen Melissenextrakt (Lomaherpan) anspricht, muss man einfach ausprobieren. Dem einem hilft das erste besser, dem anderen das zweite. Manche kommen auch sehr gut mit den Pflastern (von Compeed) zurecht, die eine Verbreitung der Infektion verhindern, jedoch keinen Wirkstoff enthalten. Also einfach ausprobieren und immer dran denken, dass ein Herpes hoch ansteckend ist!

  2. Ekki

    …es kommt noch viel schlimmer:
    Man weiß jetzt, dass die Viren sogar auf Handtüchern und anderen Textilien bei Raumtemperatur 48 Stunden überleben können und ihnen eine Maschinenwäsche mit 40 Grad nichts anhaben kann. Dies bedeutet, dass man sich an Handtüchern, die ein Herpes-Infizierter benutzt hat, anstecken kann.

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