Pflanzenheilkunde – die sanfte Medizin?

Im Gegensatz zur restlichen Welt ist in Deutschland der Einsatz von Naturheilmitteln sehr populär. Die Heilkraft der Natur erfreut sich großer Beliebtheit und ausgeklügelte Marketingstrategien treffen auf fruchtbaren Boden.

Jedoch fehlt leider häufig eine seriöse medizinische Grundlage, die für eine Verwendung pflanzlicher Produkte spräche. Bedenkt man, dass letztlich jeder Wirkstoff – ganz gleich, ob in einem pflanzlichen oder einem chemischen Medikament – ursprünglich auf einem natürlichen Inhaltsstoff basiert und schließlich auch äußerst wirksame, mitunter tödliche Gifte aus der Natur stammen, so leuchtet es ein, dass auch pflanzliche Präparate bei falscher Dosierung oder Anwendung sehr schädlich sein und schwere gesundheitliche Probleme verursachen können.

Im Übrigen unterliegen Arzneimittel auf naturheilkundlicher Basis – wie auch solche der Schulmedizin – gesetzlichen Zulassungsvorschriften. Für die eigene Hausapotheke trägt man hingegen selbst die Verantwortung und sollte sich deshalb gut über die Produkte informieren. Denn immer wieder erlebt man auch bei vermeintlich harmlosen Pflanzenextrakten böse Überraschungen. Man denke nur an Kava-Zubereitungen, die im Verdacht stehen, Leberschäden hervorzurufen oder bei Dauergebrauch giftige Pyrrolizidin-Alkaloide, die Bestandteil vieler Heilpflanzen sind. Der Genuss von Arnikatee kann mit schweren Nebenwirkungen für Herz und Magen einhergehen und das in Cassia-Zimt enthaltene Cumarin soll möglicherweise Krebs auslösen und eine toxische Wirkung auf die Leber haben. Schließlich kann die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten wie sie beispielsweise auch in Discountern und Drogeriemärkten erhältlich sind die Wirkung lebensrettender Medikamente, die beispielsweise nach Organtransplantationen verabreicht werden, deutlich herabsetzen.

Vorsicht ist also geboten bei der Selbstmedikation und dem Vorhaben, pflanzliche Arzneimittel aus eigener Herstellung zu verwenden! Entscheidend sind hier umfassende Sachkenntnisse, präzise Dosierung und eine korrekte Anwendung. Es empfiehlt sich immer, einen Arzt Ihres Vertrauens hinzuzuziehen oder ihn zumindest über die Einnahme zu informieren.

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