Uzara

An Durchfall erkrankte Deutsche entdeckten auf einer Südafrika-Reise gegen 1890 die Heilwirkung der Uzarawurzel und führten sie nach Europa ein. Diese wird von den südafrikanischen Einheimischen seit Jahrhunderten verwendet; in Deutschland kann man Uzara seit 1911 zur Behandlung von Durchfall in der Apotheke kaufen.

Uzara (Xysmalobium undulatum) ist eine zur Familie der Seidenpflanzengewächse zählende Pflanzenart, die in Südafrika beheimatet ist. Anbauversuche unter europäischen Klimabedingungen sind nicht geglückt. Uzara ist eine etwa 80 bis 100 Zentimeter große, krautige Pflanze, die während der Blüte einen weißlichen, doldigen Blütenstand trägt.

Sie schmeckt bitter und enthält Cardenolid-Glykoside wie z. B. Uzarin und Xysmalorin, die sehr gut und schnell auf die glatte Muskulatur des Magen-Darm-Trakts sowie des Genital- und Harnbereichs wirken. Diese Cardenolid-Glykoside ähneln chemisch den herzwirksamen Glykosiden, wie sie im Roten Fingerhut zu finden sind. Allerdings zeigen die Uzara-Glykoside keine Wirkung auf den Herzmuskel, so dass diesbezüglich keine Nebenwirkungen bekannt sind. Lediglich Patienten, die herzwirksame Glykoside wie Digoxin oder Digitoxin einnehmen, sollen auf den Einsatz von Uzara verzichten.

Für die pharmazeutische Anwendung werden die Wurzeln von zweijährigen Pflanzen per Hand geerntet, da aus der getrockneten Uzarawurzel das in der südafrikanischen Volksmedizin seit Jahrhunderten eingesetzte Wundermittel gewonnen wird. Die Wurzeln sind knollen- oder rübenförmig und etwa 10-30 Zentimeter groß. Äußerlich sind sie braun, der Querschnitt zeigt jedoch eine hellgraue Farbe.

Auch in Deutschland verwendet man die Uzarawurzel seit vielen Jahrzehnten – genau seit 1911. Während afrikanische Heiler Uzara sehr vielfältig einsetzen, so z. B. neben Verdauungsstörungen auch bei Erkältungen, Migräne und Regelbeschwerden, beschränkt sich die Anwendung in Deutschland in erster Linie auf Durchfallerkrankungen.

Der Vorteil von Uzara gegenüber anderen Durchfallmitteln ist, dass der Darm nicht „gelähmt“ wird, sondern lediglich die Stuhlgangfrequenz normalisiert wird. Zusätzlich senkt Uzara den Wasser- und Elektrolytverlust – eines der Hauptprobleme bei einem starken Durchfall. Uzara wird als Tropfen, Tinktur, Saft oder in Tablettenform verwendet. Für die Anwendung als Tee eignet sich Uzara nicht.

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