Pyrrolizidinalkaloide

Pyrrolizi – bitte – was? Wer in der letzten Zeit aufmerksam den Medien gefolgt ist, wird bereits über dieses unaussprechliche Wort gestolpert sein. Aber was verbirgt sich dahinter und welches sind die möglichen Gefahren, die von diesen Substanzen für den Menschen ausgehen? Im Folgenden wird die Problematik der Pyrrolizidinalkaloide (PA) aufgezeigt und Empfehlungen für den Umgang mit diesen Stoffen gegeben.

Zunächst soll an dieser Stelle kurz darauf hingewiesen werden, dass im Pflanzenreich eine Vielzahl von Giftstoffen bekannt sind. Für Mensch und Tier gibt es eine Menge von Pflanzen, die sich aufgrund ihres Gehalts an bestimmten Inhaltsstoffen nicht für den Verzehr oder die sonstige Verwendung eignen. Aus Sicht der Pflanzen dienen diese Giftstoffe als Schutz vor Fraßfeinden – also unter anderem uns.

Bekannte giftige Pflanzen sind z. B. der Rote Fingerhut (Digitalis purpurea), eine wichtige Arzneipflanze, die die in geringer Dosis herzstärkenden Cardenolide enthält, welche in einer Überdosierung tödlich wirken. Als weiteres Beispiel dient die Muskatnuss, die Frucht eines tropischen Baums (Myristica fragrans). Diese Muskatnuss ist ein beliebtes Gewürz, welches daneben pharmazeutischen Einsatz zur Behandlung von Magen-Darm-Erkrankungen findet. Allerdings sind bereits 1 bis 3 gepulverte Muskatnüsse (5-15 Gramm) giftig und können unter Umständen zum Tod führen.

Bereits Paracelsus begründete den für die Pharmakologie so treffenden und noch heutige gültigen Satz: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift sei“.

Nun aber zu den Pyrrolizidinalkaloiden (PA): Benannt wurden sie nach ihrer chemischen Grundstruktur, einem Pyrrolizidin-Ring, der in vielfältiger Form vorkommen kann; nach heutigem Stand sind über 320 verschiedene Verbindungen bekannt. Am häufigsten findet man diese Stoffe in der Familie der Korbblütler (Asteraceae) und der Raublatt- oder Borretschgewächse (Boraginaceae).

Die enthaltenen Mengen variieren je nach Pflanzenart und -teil, daneben spielen aber auch Klima und Boden eine nicht unerhebliche Rolle. Unter diesen PA gibt es nun wiederum eine Untergruppe, die aufgrund weiterer chemischer Merkmale hepatotoxisch (leberschädigend), mutagen (erbgutverändernd), karzinogen (krebserzeugend) und teratogen (fruchtschädigend) wirken können. Diese Fakten sind seit langem bekannt und nicht neu.

Grund für die aktuelle mediale Beachtung sind Untersuchungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), das über 200 Teeproben untersucht hat. Dabei wurden teilweise gar keine PAs oder aber z. T. erhebliche Mengen an PAs in der gleichen Teesorte gefunden. Dies verblüfft und irritiert zugleich. Fakt ist, dass heutzutage eine Messtechnik zum Einsatz kommt, die verständlicherweise deutlich genauer ist als noch vor einigen Jahrzehnten. Nach derzeitigem Stand der Lage ist eine abschließende Bewertung der Ergebnisse nicht möglich. Das BfR gibt bekannt, dass kurzfristig selbst bei Tees mit hohem PA-Gehalt kein Gesundheitsrisiko besteht.

Jedoch soll vermieden werden, über längere Zeiträume überdurchschnittlich hohe Mengen von den belasteten Tees zu trinken; dies wären für einen Erwachsenen laut BfR mindestens fünf Teebeutel pro Tag. Weiterhin gilt die ebenfalls seit jeher gültige Empfehlung bei der Wahl von Lebensmitteln – und demnach auch bei Kräutertee und Tee – auf Vielfalt und Abwechslung zu achten, um einer einseitigen Belastung mit möglichenfalls vorhandenen Schadstoffen vorzubeugen. Gerade Kinder und Schwangere bzw. Stillende sollen Kräutertee und Tee mit anderen Getränken abwechseln.

Diese Empfehlung gilt natürlich auch für die Jacobus-Schwedenkräuter und -bitter Produkte. Die Rohstoffe hierfür werden nur von spezialisierten und fachkundigen Händlern und Produzenten bezogen. Engmaschige Qualitätskontrollen schon bei den Vorlieferanten und selbstverständlich auch in unserem Arzneimittelwerk garantieren, dass Jacobus-Schwedenkräuter-Produkte nur Heilkräuter allerhöchster Reinheits- und Qualitätsstufe enthalten. Am Schluss müssen alle Jacobus-Produkte noch eine strenge Endkontrolle bestehen, die sicherstellt, dass die gesetzlichen Anforderungen mehr als erfüllt werden.

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