Weißdorn

Weißdorn ist eine Pflanze, die nachweislich das Herz stärken und somit bei einer beginnenden Herzschwäche vorbeugen kann. Der Einsatz der Pflanze in der Volksmedizin geht auf das 14. Jahrhundert zurück, obwohl dieses Rosengewächs vermutlich bereits im 1. Jahrhundert nach Christus beschrieben wurde. Sowohl in der Traditionellen Chinesischen Medizin, bei Indianerstämmen als auch hier in Europa zählt der Weißdorn zu den wichtigsten und am besten untersuchten Heilpflanzen. Daneben findet er ebenfalls in der Literatur und Musik, so z. B. bei Bertolt Brecht oder bei Richard Wagner, Erwähnung.

Weißdorn stellt eine Gattung von Sträuchern bzw. Bäumen dar, die mit etwa 200 bis 300 Vertretern in gemäßigten Zonen der Nordhalbkugel heimisch sind. Von pharmazeutischem Interesse sind dabei vor allen Dingen die Stammpflanzen Crataegus monogyna und Crataegus laevigata, die auch in Deutschland vorkommen.

WeißdornblütenZumeist handelt es sich um 2 bis 5 Meter hohe Sträucher oder bis zu 12 Meter hohe Bäume. Diese besitzen dornige Zweige und ovale, fein gezähnte, z. T. gelappte Blätter. Die weißen Blüten sind in Trugdolden angeordnet und vermutlich zusammen mit den Dornen der Grund für die Namensgebung. Weitere Synonyme sind z. B. Hagedorn, Mehldorn und Zaundorn. Im Herbst trägt der Weißdorn kleine rote Scheinfrüchte, die an Hagebutten erinnern.

Die Arzneipflanze besitzt einen schwachen, eigenartigen Geruch, der an Heringslake erinnert. Dazu hat sie einen etwas süßen, teils auch bitteren, adstringierenden Geschmack. Pharmazeutische Verwendung finden sowohl Weißdornblätter mit Blüten, als auch die deutlich weniger untersuchten Weißdornfrüchte. Als der Weißdorn als Heilpflanze erkannt wurde, hat man ihn zunächst als Mittel gegen Durchfall, Gicht und nervöse Leiden beschrieben.

Im weiteren Verlauf jedoch fand er Erwähnung als Herztonikum in verschiedenen Kräuterbüchern. Anfangs lag sein Haupteinsatzgebiet in der Homöopathie bis er daneben in der allgemeinen Heilkunde Beachtung fand. Für die Wirkung verantwortlich sind Procyanidine und Flavonoide. Wie so oft bei Heilpflanzen muss man auch in diesem Zusammenhang von der Mischung als Wirkkomponente und nicht von einzelnen Inhaltsstoffen ausgehen.

Weißdorn ist herzprotektiv; die regelmäßige Einnahme kann die Kontraktionskraft des Herzens sowie die Erregungsleitung positiv beeinflussen. Daneben werden die Reizschwelle und der periphere Gefäßwiderstand herabgesetzt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass die Durchblutung und die Sauerstoffverwertung des Herzens steigen und Arrhythmien normalisiert werden können. Nach heutigen Kenntnissen wird die zweimal tägliche Einnahme von 450 mg eines standardisierten Extraktes empfohlen.

Nach wie vor wird Weißdorn als Crataegus Urtinktur in homöopathischen Präparaten eingesetzt, wie z. B. Homviotensin Tropfen.

Foto: Grace-Winter / pixelio.de

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