Wermut

Wermut ist eine alte Heilpflanze, die schon lange zur Verwendung von hochprozentigen alkoholischen Getränken verwendet wird. So ist beispielweise Absinth ein alkoholisches Getränk, das neben Wermut auch Anis, Fenchel und zusätzliche Kräuter enthält. Absinth weist einen Alkoholgehalt von 45 bis 85 Vol.-% auf. In der Vergangenheit wurde Absinth aufgrund von vermuteten gesundheitsgefährdenden Wirkungen sogar verboten. Inzwischen darf Absinth jedoch wieder hergestellt und verkauft werden.

Wermut (Artemisia absinthium) ist ein etwa ein Meter hoher Halbstrauch mit aromatisch riechenden gefiederten und behaarten Blättern. Kleine, fast kugelige, gelbe Blütenköpfchen sind in verzweigten Rispen angeordnet. Wermut ist heimisch in den trockenen Gebieten Europas und Asiens. Die Hauptinhaltsstoffe des Wermutkrautes sind Bitterstoffe (u. a. Absinthin) und ätherisches Öl (u. a. Thujon).

Die Wirkungen von Wermut lassen sich auf die der Bitterstoffe zurückführen, so z. B. eine Stimulierung der Magensaftproduktion und eine Zunahme der Magensaftazidität, also dem Säuregehalt im Magensaft. Zusätzlich beobachtet man eine gesteigerte Ausschüttung von verschiedenen Verdauungsenzymen und eine verstärkte Cholesterol-Ausscheidung im Gallensaft.

Die Anwendungsgebiete leiten sich aus diesen Wirkungen ab und sind in erster Linie als Mittel zur Appetitanregung, bei dyspeptischen Beschwerden, also Beschwerden im Magen-Darm-Bereich, und bei Störungen in den Gallenwegen. Weiterhin wurde Wermut früher bei Menstruationsbeschwerden, bei Blutarmut und bei schlecht heilenden Wunden äußerlich eingesetzt. Sein weiterer Name Wurmkraut deutet auf eine Anwendung bei Infektionen mit Würmern; Hildegard von Bingen etwa empfahl Wermutabkochungen in Wein als Entwurmungsmittel.

Wermut galt im Mittelalter als Allheilmittel. Der bereits oben erwähnte Absinth – ein Wermutschnaps – war in den letzten beiden Jahrhunderten sehr populär. Der Verdacht, Absinth könne zu schweren gesundheitlichen Schäden führen, bewirkte ein Verbot dieses Schnapses in vielen europäischen Ländern und den USA. Man sagte ihm nach, er könne zu Blindheit, Halluzinationen und starker Abhängigkeit führen. Gründe hierfür lassen sich jedoch in dem teilweise sehr hohen Alkoholgehalt (85 Vol.-%!), dem Panschen mit Methanol und dem Gehalt an dem ätherischen Öl Thujon finden. Inzwischen sind der Verkauf und der Konsum von Absinth mit einem begrenzten Thujon-Gehalt wieder erlaubt. Da es sich jedoch weiterhin um ein hochprozentiges alkoholisches Getränk handelt, sei an die Vernunft der Konsumenten appelliert.

Foto: SueSchi / pixelio.de

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