Anis (Pimpinella anisum) – Heilpflanze 2014

Anis und Sternanis sind zwei Heilpflanzen mit langer Tradition und großer Bedeutung für die Medizin und Pharmazie. Anis wurde jetzt aus diesem Grund vom Verein NHV Theophrastus zur Heilpflanze des Jahres 2014 gekürt. Es wurde das breite Spektrum an heilenden Wirkungen genannt. „Die reinigenden Tendenzen der Anisfrüchte – blähungstreibend, verdauungsfördernd und schleimlösend – können viele chronische Krankheiten positiv beeinflussen“, so die Jury.

Anis wird oftmals in einem Atemzug erwähnt zusammen mit Fenchel und Kümmel. Tatsächlich zeigt Anis viele Gemeinsamkeiten mit diesen ebenfalls sehr traditionellen Heilpflanzen. Sowohl ihre Inhaltsstoffe als auch ihr Anwendungsgebiet ähnelt diesen. In manchen Regionen wird Anis sogar als Süßer Kümmel bezeichnet. Dennoch ist der Geschmack von Anis feiner, und dies erklärt den Einsatz in Süßwaren, Bonbons und in vielen alkoholischen Getränken.

Anis (Pimpinella anisum) ist eine einjährige etwa 30 bis 50 cm hohe Pflanze. Sie blüht im Juli bis August mit weißen Doldenblüten. Heimisch ist Anis im östlichen Mittelmeergebiet und in West-Asien. Nach Mitteleuropa wurde sie von Mönchen und Nonnen für ihre Klostergärten gebracht. Anis besitzt kleine braune Früchte, die pharmazeutisch verwendet werden. Sie sind etwa 3 bis 5 mm lang, 2 bis 2,5 mm breit und etwas eiförmig. Anis schmeckt süßlich und riecht aromatisch, eben typisch anisartig.

Als Hauptinhaltsstoffe findet man ätherisches Öl; hier vor allem Anethol. Anis und Anisöl wirken schleimlösend, schwach krampflösend und antibakteriell. Aus diesen Wirkungen leiten sich die Anwendungsgebiete ab. Innerlich verwendet hilft Anis bei dyspeptischen Beschwerden, wie z. B. Bauchschmerzen, Krämpfen, Koliken, Völlegefühl und Blähungen. Hierzu wird Anis häufig zusammen mit Kümmel und Fenchel eingesetzt. Für Katarrhe der Luftwege kann man Anis innerlich und äußerlich anwenden. Zur Schleimlösung bei Husten – besonders beliebt in der Kinderheilkunde – wird Anis nach wie vor gerne verwendet.

Zusätzliche Anwendungsgebiete sind äußerlich bei Ungezieferbefall, sowie innerlich zur Milchbildung. Darüber hinaus findet man Anis in Backwaren, Bonbons und in der Getränkeindustrie (Ouzo, Pastis, u. a.). Zur Anwendung als Tee wird Anis kurz vor dem Gebrauch gequetscht oder angestoßen und dann mit kochendem Wasser übergossen und abgedeckt. Nach 10 bis 15 Minuten kann man den Tee durch ein Teesieb abgießen.

Der ebenfalls oben angesprochene Sternanis (Illicium verum) stammt von einer anderen Pflanze und ähnelt Anis optisch in keinster Weise. Sternanis wird von einem 10 m hohen, immergrünen Baum gewonnen, der in China und Vietnam heimisch ist. Verwendet werden die etwa 2 cm großen sternartigen Früchte. Diese riechen ebenfalls nach Anethol und schmecken brennend würzig. Auch in ihnen findet man hauptsächlich ätherisches Öl, das als Hauptkomponente Anethol enthält.

Die Wirkungen ähneln demnach denen des Anises. Erwähnt werden soll an dieser Stelle, dass gegen Sternanis allergische Reaktionen möglich sind, die im schlimmsten Fall in einem anaphylaktischen Schock enden können. Sternanis wird wegen seines Aussehens gerne zur Dekoration in der Weihnachtszeit eingesetzt.

Foto:  BirgitH  / pixelio.de

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