Mistel

Tatsächlich handelt es sich bei der Mistel biologisch gesehen um einen Halbschmarotzer. Die Mistel wächst nicht selbstständig auf dem Boden, sondern sie bewohnt verschiedene Baumarten und Sträucher und lässt sich von diesen mit Wasser und Nährstoffen versorgen. Ihr Erscheinungsbild in Form einer Kugel verbleibt den Großteil des Jahres über verborgen. Erst im Winter, wenn ihr Wirt seine Blätter abgeworfen hat oder zumindest etwas gelichtet ist, wird die Mistel als immergrüne Pflanze sichtbar.Die Mistel (Viscum album) ist ein kleiner, beinahe kugeliger Strauch mit länglichen, ledrigen Blättern und weißen, klebrigen, erbsenförmigen Beerenfrüchten. Sie wächst in Europa und Asien auf beinahe jedem Laubbaum (nicht auf der Buche!) und auf einigen Nadelhölzern.

Die Hauptinhaltsstoffe der Mistel werden als Lektine bezeichnet; hierbei handelt es sich um eiweißhaltige Verbindungen. Zusätzlich findet man Flavonoide und Alkaloide. Die Mistellektine zeigen im Versuch Einfluss auf verschiedene Parameter des Immunsystems und auf das Wachstum von Tumorzellen.

Aus diesem Grund spielt die Mistel eine wichtige Rolle in der Palliativtherapie von Krebspatienten. Insbesondere Pharmafirmen der anthroposophischen Medizin verwenden verschiedene Mistelextrakte in Form von Injektionslösungen, mit denen Betroffene behandelt werden. Ziel der Anwendung ist es, die Nebenwirkungen der Chemo- oder Strahlentherapie zu verringern und die körpereigene Abwehr der Patienten zu stärken. Außerdem soll durch ihre Anwendung die Lebensqualität der Patienten verbessert werden.

Der volkstümliche Name der Mistel wie etwa Drudenfuß, Hexenbesen oder Heil aller Schäden zeigt, dass sie neben dem modernen Anwendungsgebiet bei Krebs eine lange Tradition als Heilpflanze aufweist. In früheren Zeiten wurden ihr magische Wirkungen zugesprochen, und sie war ein Allheilmittel gegen jegliches Leid.

Namhafte Mediziner und Heilende wie etwa Sebastian Kneipp setzten auf die Heilkraft der Mistel, ob gegen Epilepsie, Schwindelanfälle oder Fallsucht. Ebenso wir früher wird die Heilpflanze in der modernen Medizin zusätzlich zur Unterstützung der Herz-Kreislauf-Funktion und zur Blutdrucksenkung eingesetzt.

Hierzu verwendet man einen Kaltansatz der getrockneten Pflanze, der 10 bis 12 Stunden stehen gelassen und anschließend abgeseiht wird. Daneben gibt es auch Presssäfte, Tabletten und Tropflösungen zum Einnehmen.

Den meisten Lesern ebenfalls bekannt ist der Einsatz der Mistel als Weihnachtsschmuck. Hierzu hängt man sie bevorzugt über Haustüren auf, um das Haus und seine Bewohner vor Schaden zu bewahren. Und wer sich unter einem Mistelstrauch küsst, soll ein glückliches Liebespaar werden…

Foto: Bettina Stolze / pixelio.de

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