Kinderlähmung – Polio
Schluckimpfung ist süß – Kinderlähmung ist grausam! Mit diesem Satz wurde viele Jahre für die Impfung gegen Kinderlähmung geworben. Die Kinderlähmung oder auch Poliomyelitis (kurz: Polio) genannt – nach den auslösenden Poliomyelitis-Viren – ist eine akute Virusinfektion, die vorwiegend Kinder befällt. Durch die mögliche Beteiligung des zentralen Nervensystems kann es in schweren Fällen zu bleibenden Lähmungen und sogar zu Todesfällen kommen.
Auch wenn ca. 90 bis 95 % der Infizierten die Erkrankung gar nicht wahrnehmen und lediglich ca. 5 % mit grippeähnlichen Symptomen reagieren, wurde in Deutschland wegen der befürchteten Komplikationen bei ca. 1 % der Erkrankten die Schutzimpfung flächendeckend eingesetzt. Bis 1998/99 wurde hierzu eine Schluckimpfung mit abgeschwächten Viren verwendet, die stark gesüßt war, um den Geschmack der Kinder zu treffen. Da man jedoch erkannte, dass frisch geimpfte Personen kurz nach der Impfung Menschen mit einem geschwächten Immunsystem und fehlendem Impfschutz anstecken konnten, wird seitdem eine Impfung mit abgetötetem Impfstoff per Spritze eingesetzt.
Der Name Kinderlähmung suggeriert zwar, dass lediglich Kinder betroffen sind, allerdings muss betont werden, dass auch Erwachsene an Poliomyelitis erkranken können und somit neben der Tetanus- und der Diphterie-Impfung auch an die Impfung gegen Kinderlähmung gedacht werden soll. Zwar gilt Deutschland als kinderlähmungsfrei, jedoch stellen Reisen zu vielen tropischen und subtropischen Urlaubszielen (Afrika und Indien) ein mögliches Ansteckungsrisiko für Ungeimpfte dar.


Am 27. Oktober 2009 um 17:00 Uhr
Gerade im Zuge der Diskussionen um die Impfung gegen die so genannte Schweinegrippe sollte der „gewöhnliche“ Impfschutz nicht vergessen werden. Hierzu zählen Tetanus, Diphterie und Polio, sowie je nach Risiko Hepatitis A und B, die saisonale Grippe, Pneumokokken und weitere.