Anthranoide (Anthrachinone, Anthrone) [Upd.]
Die Gruppe der Anthranoide nimmt in der Pflanzenheilkunde als Bestandteil fast aller pflanzlichen Abführmittel einen wichtigen Platz unter den Wirkstoffen ein.
Man unterteilt die Anthranoide in 2 Gruppen. Zum einen gibt es die Anthrachinone, die sich überwiegend in der Rhabarberwurzel (u.a. Rhein) befinden und zum anderen die Anthrone, die Bestandteil von Aloe (u.a. Aloin A und B) und von Sennesblättern und -früchten (u.a. Sennosid A und B) sind.
Chemisch gesehen wirken nur die sogenannten Hydroxyanthracen-Derivate (HAD), die man noch mit der Angabe versieht „berechnet als Sennosid B“, um somit einen einheitlichen Standard zu erhalten.
Von Vorteil ist die konzentrierte Wirkung an Ort und Stelle: die enthaltenen Anthrachinone machen sich erst im Dickdarm bemerkbar, vorher sind sie wirkungslos.
Dort wirken sie auf 3-fache Weise gegen Verstopfung:
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es kommt zu einer gesteigerten Peristaltik (Muskelbewegung) des Darms (neuromuskuläre Wirkung),
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dadurch, dass dem Darminhalt weder Wasser noch Mineralien entzogen werden, sondern zusätzlich in den Darm gelangen (antiabsorptive Wirkung), erhöht sich das Stuhlvolumen, die Konsistenz wird weicher, bleibt aber noch geformt und dieser Füllungsreiz regt die Darmbewegungen an,
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zusätzlich kommt es im Dickdarm zu einer Steigerung der Schleimsekretion.
Die Wirkung der Anthranoide tritt nach 8-12 Stunden ein und ist stark dosisabhängig. Die normale Höchstdosis sind 30 mg Hydroxyanthracen-Derivate. Vielfach hilft aber auch schon die Hälfte davon, um die leichte Entleerung des Darms zu ermöglichen.
Die Anwendung sollte kurzfristig und nicht länger als 2 Wochen erfolgen. Sonst besteht das Risiko, zu große Mengen Kalium mit dem Stuhlgang zu verlieren. Dies würde wiederum die Verstopfung verstärken und zu Herzrhytmusstörungen führen.
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