Kopfläuse

Wie bereits die Infektion mit Krätzmilben gilt auch die Besiedelung des menschlichen Kopfes mit Läusen für viele Menschen als ein Märchen aus vergangenen Zeiten. Doch dem ist nicht so! Gerade nach den Sommerferien werden einige Eltern mit großer Verzweiflung diese kleinen Krabbeltierchen auf den Köpfen ihrer Kinder feststellen. Ebenso wie bei der Krätzmilbe gilt auch bei den Kopfläusen, ohne medikamentöse Behandlung verschwinden diese Plagegeister nicht, sondern die Situation verschlimmert sich weiter. Im Gegensatz zur Krätze lässt sich die Behandlung der Kopfläuse jedoch normalerweise ohne ärztliche Hilfe alleine durchführen.

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist ein etwa 3 Millimeter großes, flügelloses Insekt. Sie lebt bevorzugt an dicht behaarten Kopfstellen, wie etwa hinter den Ohren bzw. an der Kopfrückseite. Kopfläuse leben als Parasiten, d. h. sie ernähren sich vom Blut ihres Wirtes, also dem Menschen. Für die Laus spielt es keine Rolle, ob es sich dabei um einen Säugling, ein Kind oder einen Erwachsenen handelt. Da die Ansteckungsrate bei Kindern bedingt durch den engeren Körperkontakt beispielsweise beim Spielen jedoch deutlich größer ist, findet man diese Plagegeister bei Erwachsenen nur selten. Der Biss der Kopflaus juckt und kann durch das darauf folgende Kratzen zu leichten Entzündungen an der Kopfhaut führen. In unseren Breiten überträgt die Kopflaus allerdings glücklicherweise keine Krankheiten.

Ohne die notwendige Blutversorgung durch den Menschen stirbt die Laus nach ungefähr 3 Tagen ab. Da Läuse jedoch recht fruchtbare Tiere sind, findet ihre Verbreitung im Eiltempo statt. Die weibliche Laus legt etwa 10 Eier pro Tag und klebt diese mithilfe eines wasserunlöslichen Klebstoffs an die Haare ihres Wirtes. Diese Eier bezeichnet man auch als Nissen. Im Gegensatz zu den oftmals nur bei genauer Suche sichtbaren Läusen, sind die weißlichen Nissen insbesondere auf dunkleren Haaren gut zu erkennen. Ähnlich einer Perlenschnur sind sie am Haar aufgereiht. Ein Ei ist dabei fast einen Millimeter groß. Nach etwa 7 bis 10 Tagen schlüpft eine Larve, die nach weiteren knapp 10 Tagen zur erwachsenen Laus wird. Nach der Befruchtung können die weiblichen Läuse bereits nach etwa 2 Tagen eigene Eier legen. Die Entwicklung vom Ei bis zur ausgewachsenen Laus dauert also nur 14 bis 21 Tage. Dies erklärt, warum es innerhalb kürzester Zeit auf dem menschlichen Kopf nur so von Krabbeltieren wimmelt.

Für den Befall mit Kopfläusen muss sich niemand schämen, denn er sagt nichts über die persönliche Hygiene aus. Wichtig sind allerdings die unverzügliche Behandlung mit einem bewährten Präparat aus der Apotheke und das Kämmen der Haare mit einem speziellen Läuse- oder Nissenkamm. Ganz entscheidend ist auch die Nachbehandlung des Kopfes nach etwa 9 Tagen, um verbliebene Nissen ebenfalls zu erwischen.

Eine weitere beim Menschen anzutreffende Lausart ist die Filzlaus, die etwas kleiner als die Kopflaus ist. Filzläuse bevorzugen behaarte Körperstellen, die viele Schweißdrüsen besitzen. Deshalb sind sie besonders im Bereich der Schambehaarung und auf der behaarten Männerbrust anzutreffen.

Bild: Kerstin Schalow / pixelio.de

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