Krätze oder Skabies

Es gibt Krankheiten, die in den Augen vieler Menschen schon lange „ausgestorben“ sind und nicht mehr vorkommen. Die Krätze ist sicherlich eine Erkrankung, die hier dazu gezählt werden könnte. Doch weit gefehlt, ebenso wie die Infektion mit Kopfläusen ist die Infektion mit Krätzmilben seit Jahrhunderten bekannt und nach wie vor aktuell.

Jedes Jahr leiden Menschen erneut an dieser stark juckenden Hautkrankheit, die unbehandelt nicht ausheilt, sondern sich immer weiter verschlimmert. Sie suchen zunächst oftmals die Apotheke auf, um etwas zur Linderung gegen den starken Juckreiz zu kaufen. Doch die Krätze gehört in die Hände des Arztes, denn sie ist hochansteckend und verbreitet sich schnell von Mensch zu Mensch.

Die Krätze – oder auch Skabies – ist eine Hautkrankheit, die durch Krätzmilben verursacht wird. Nach der Übertragung von einem Menschen auf den anderen legen die befruchteten Milbenweibchen ihre Eier in kleine Gänge, die sie in die Haut des Menschen gegraben haben. Bereits nach einigen Tagen schlüpfen aus diesen Eiern kleine Larven, die nach etwa drei Wochen geschlechtsreif sind und sich ebenfalls auf die beschriebene Art und Weise vermehren.

Einige Zeit nach der Erstinfektion leben so viele Milben in den Hautgängen, dass diese mit bloßem Auge als kleine rötliche Linien erkennbar sind. Am Ende sieht man oftmals eine kleine Erhöhung, unter der die Milbe sich aufhält. Besonders betroffen sind die Fingerzwischenräume, die Haut um den Bauchnabel und in der Leiste, sowie bei der Frau die Brust und beim Mann der Penis.

Für den Betroffenen bedeutet dies, dass er unter einem starken Juckreiz leidet, der gerade nachts im warmen Bett unerträglich zu sein scheint. Die Haut wird aufgekratzt und u. U. kommen nun bakterielle Hautentzündungen hinzu. Für den erfahrenen Arzt ist die Diagnose oftmals auf den ersten Blick klar. Ist das Beschwerdebild jedoch nicht so eindeutig und die kleinen Hautgänge nur schwer zu erkennen, kann der Arzt eine Probe entnehmen und unter dem Mikroskop betrachten.

Zur Beseitigung der Krätzmilben ist die Behandlung mit einem speziellen, verschreibungspflichtigen Anti-Skabies-Mittel notwendig. Neben der medikamentösen Therapie, die auch teilweise Familienmitglieder einschließen kann, sollten Kleidung und Bettwäsche bei mindestens 60° C gewaschen und soweit möglich alles andere mit dem Staubsauger abgesaugt werden.

Probleme können Infektionen mit Krätzmilben gerade in Gemeinschaftseinrichtungen darstellen, so z. B. in Kindergärten oder Alten- und Pflegeheimen. Nach dem Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen dürfen Betroffene etwa nicht in solchen Einrichtungen arbeiten, da die Ansteckungsgefahr für dort betreute Personen zu groß wäre.

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