Passionsblume (Passiflora incarnata)

Der „Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ der Universität Würzburg hat die wunderschöne Blume aufgrund ihrer für den Menschen beruhigenden und angstlösenden Wirkung zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. In vielen pflanzlichen Beruhigungs- und Schlafmitteln ist sie deshalb enthalten.

Die Passionsblume (Passiflora incarnata) ist eine kletternde Staude, die eine Höhe von mehreren Metern erreichen kann. Sie besitzt tief geteilte Blätter und die charakteristische hübsche weißviolette Blüte. Deren eigenartiger Bau führte zur Namensgebung „Passionsblume“, da die fädige Nebenkrone als Dornenkrone angesehen wurde. Dabei symbolisieren die 5 Staubblätter die Wundmale und die 3 Griffel mit den Narben die Nägel am Kreuze Christi.

Ursprünglich heimisch ist sie in Nord-, Mittel- und Südamerika, kultiviert wird sie jedoch auch beispielweise in Indien. Weltweit kennt man mehr als 400 verschiedene Arten, die teilweise auch essbare Früchte hervorbringen. Bekanntheit hat jedoch nur die Frucht von Passiflora edulis erlangt, die unter dem Namen Maracuja im Handel ist.

Die Inhaltsstoffe der Passionsblume, deren Kraut man verwendet, sind Flavonoide, verschiedene Zucker, freie Aminosäuren und geringe Mengen an ätherischem Öl.

Medizinische Anwendung finden Extrakte der Passionsblume alleine oder oftmals in Kombination mit Baldrian oder Hopfen bei nervöser Unruhe, leichten Einschlafstörungen und nervös bedingten Magen-Darm-Beschwerden. Während die Wirkungen in Versuchen am Tier intensiv untersucht wurden, gibt es nur wenige Studien zur Wirksamkeit beim Menschen. Diese belegen jedoch zu den bereits genannten Effekten eine gute angstlösende Wirkung.

Der große Vorteil der Passionsblume gegenüber anderen Präparaten wie verschiedenen chemischen Substanzen und auch gegenüber Johanniskraut ist, dass sie keine nennenswerten Nebenwirkungen hervorruft. Man beobachtet keine muskelentspannende Wirkung, so dass Passionsblume auch sehr gut am Tage eingesetzt werden kann. Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind ebenfalls nicht bekannt.

Wichtig bei der Anwendung ist wie bei vielen pflanzlichen Präparaten, auf eine ausreichend hohe Dosierung zu achten und ein wenig Geduld zu besitzen, bis die volle Wirkung einsetzt.

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